Mittwoch, 15. Mai 2013

My 2 Cent zum NSU Prozess

Also, jetzt brauche ich wohl mal mehr als 140 Zeichen auf Twitter:

Ich kam heute, weil ich ab und zu mal die Farce des NSU Prozesses mitlese, auf diesen Artikel der SZ. Und,  mir ist eines klar geworden:

Denn bei diesem Thema darf niemand behaupten, es sein Neutral. Die einzige Frage, die es neutral zu klären gibt, ist die, ob sie in Verbindung mit den Anschlägen etc. steht. Aber, diese Frage ist geklärt. Alles, was danach an Fragen erörtert werden muss, kann nur noch entweder aus der Sicht eine Nazis oder Nazi-Sympathisanten oder aus der eines Freien und aufgeklärten Menschen geschehen (oder werte ich hier auch schon?). Und letztere müssen die Umstände einfach vor dem Hintergrund der allgemein anerkannten Ächtung des Nationalsozialismus betrachten.

Und, ich spiele dabei nicht auf solche plumpen Dinge wie die Namen der Verteidiger der Frau Zschäpe an, wie eine Antwort auf meinen Tweet implizierte:

Diese Ganze Inszenierung wird langsam wirklich lächerlich.

Montag, 13. Mai 2013

Sollte mal geteilt werden

Auch wenn  Raumfahrt in der Zwischenzeit etwas außerhalb der Aufmerksamkeit ist, finde ich, Cmdr. Hadfield verdient ein wenig Aufmerksamkeit:


Viel Spaß dabei... Gibt's das Lied mittlerweile bei iTunes?

Montag, 25. März 2013

Heavy Rail - Light Rail

So, ich hatte es ja in meinem vorigen Post angedroht, jetzt kommt die Erklärung des öffentlichen Personenverkehrs:

Der schienengebundene Verkehr ist eine Unterart des Spurgeführten Verkehrs. Spurgeführt heißt, dass ein Fahrer kein Lenkrad hat, mit dem er die Richtung beeinflussen kann. Das muss nicht unbedingt Schienenverkehr sein. Den größten Anteil hat aber natürlich der Schienenverkehr, weil das Rad-Schiene Prinzip der Archetyp des Spurführens ist.

Schienenverkehr in Deutschland lässt sich grob in zwei Bereich aufteilen:
Zum ersten gibt es da die Züge mit Toilette und zum zweiten, die Züge ohne Toilette. Übersetzt wären das Vollbahnen und Straßenbahnen. Wobei in dem Fall der Begriff Straßenbahn etwas irreführend ist, dazu aber später mehr.

Vollbahnen: Vollbahnen im Sinne des Gesetzgebers sind Eisenbahnen, die nach EBO oder ESBO operieren. In Deutschland sind das alle Züge der DB-Gesellschaften, inklusive der S-Bahnen, die man nicht mit Stadtbahnen oder Straßenbahnen verwechseln darf. Und, hier haben wir eine Ausnahme von meiner locker daher gesagten Regel von oben: Viele S-Bahnen haben keine Toilette.

Die Eisenbahnen der DB-Gesellschaften werden im Fachjargon als EdB (Eisenbahnen des Bundes) bezeichnet. Die Infrastruktur der Schienen in Deutschland, auf denen Vollbahnen fahren wird zum größten Teil von der DB-Netz betrieben. Obwohl immer mehr Strecken nach und nach durch 'private' Infrastrukturunternehmen übernommen werden. Alle Strecken, die von überregionalem Verkehr benutzt werden fallen in den Zuständigkeitsbereich des Eisenbahn-Bundesamtes (EBA). Und damit fallen auch die darauf verkehrenden Züge (der sog. Rolling Stock) und damit die betreibenden Eisenbahnverkehrsunternehmen auch in den Zuständigkeitsbereich des EBA.

Neben den EdB gibt es noch die NE-Bahnen. Diese sind nicht mit dem Begriff Nebenbahnen zu verwechseln. NE bedeutet in dem Fall Nichtbundeseigene Eisenbahn. Typische NE-Bahnen sind z.B. Hafenbahnen oder regional abgeschlossene Bahnlinien, wie z.B. das Netz der Verkehrsbetriebe Peine Salzgitter (VPS) oder die OEG (Linie 5 der RNV in Mannheim).

Der Begriff Nebenbahnen klassifiziert die Art und Anzahl der Benutzungen einer Bahnlinie, und deren technischer Ausrüstung. Nebenbahnen sind z.B. nicht für Hochgeschwindigkeitsverkehr ausgelegt und haben einfache Zugbeeinflussungssystem (oder gar keine).

NE-Bahnen fallen in den Zuständigkeitsbereich der Länder, welche ihre Zuständigkeit teilweise noch durch einen sog. LfB  wahrnehmen oder die Zuständigkeit an eine LEA abgetreten haben, welche eine Außenstelle des EBA ist.

Für alle Vollbahnen, welche Anschluss an andere Vollbahnen (ggf. auch länderübergreifend) haben, gilt die europäische Vorgabe, dass Infrastrukturbetreiber und Verkehrsunternehmen getrennte Gesellschaften sein müssen.

Straßenbahnen: Diese Bezeichnung ist etwas irreführend, da diese Kategorie auch U-Bahnen und Stadtbahnen umfasst. Grundsätzlich sind es Schienenverkehrssysteme, die lokal auf eine Stadt begrenzt sind. Diese Bahnen fallen unter die BOStrab (gesprochen B-O-Strab). Der Fachmund spricht deswegen auch von BOStrab-Bahnen oder wenn man es abfällig wertet von Blechbahnen. Ich würde die internationalen Begriffe Metro und Light-Rail bevorzugen.

Hier sind der Kreativität noch weniger Grenzen gesetzt, wie z.B. die Wuppertaler Schwebebahn beweist. Wir reden hier von den klassischen Straßenbahnen, aber auch von U- oder Hochbahnen.

Die Vorgaben der BOStrab sind weitaus geringer als die der EBO. Auch der Zulassungsprozess ist einfacher. Dies soll nicht heißen, dass die Sicherheitsziele nicht angemessen sind. Eine U-Bahn fährt manchmal schneller als manche Schmalspurbahn und wird daher auch sicherheitstechnisch entsprechend betrachtet. Allerdings kann man bei reinen Straßenbahnen, wie z.B. in Braunschweig niedriger Standards ansetzen, weil diese Straßenbahnen nur auf Sicht und nicht zu schnell fahren.

Bahnen nach BOStrab sind im Zuständigkeitsbereich der technischen Aufsichtsbehörden (TAB) der Ländern, sofern die Bundesländer diese noch haben und nicht an z.B. eine LEA abgetreten haben.

Das war jetzt ein kurzer Abriss über die Unterschiede von Bahnen. Vielleicht hilft Euch meine Ausführung etwas. Und, wenn nicht, war sie hoffentlich ein wenig unterhaltsam.

Dienstag, 8. Januar 2013

Erläuterungen zum SPNV

Hallo, nach langer Abwesenheit möchte ich Euch folgendes Video nicht vorenthalten. Es beschreibt die Zusammenhänge zwischen den verschiedenen Gattungen des Heavy- und Lightrails aus der Sicht eines Ausländers. Ich hoffe, Ihr seid des Englischen mächtig.


In meinen nächsten Posts werde ich dann mal aus deutscher Sicht auf die einzelnen Gattungen des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV) eingehen. Viel Spaß

Samstag, 16. Juni 2012

Hip Hop Hammelsprung

"Yes Weekend" hat Horst Schlemmer zu seinem Wahlslogan erkoren. Anscheinend ist das auch der Slogan aller Politiker in Berlin!

Hintergrund: Z.B. hier ist die Situation mal beschrieben. Bei der Abstimmung zum Betreuungsgeld, einem der meißdiskutierten Themen der letzten Wochen (wenn nicht gar Monate) wurde festgestellt, dass der Bunestag nicht beschlussfähig ist.

Bitte? Der Bundestag ist nicht beschlussfähig? Nur einmal für mich zum mitschreiben: Es war zu wenig Abgeordnete da, um abzustimmen? Wartet mal, ich krame mal... ach ja, hier steht es: "Der Bundestag ist beschlussfähig, wenn mehr als die Hälfte seiner Mitglieder im Sitzungssaal anwesend ist." - OK, auch wenn es Mandat genannt wird, so finde ich, Abgeordneter zu sein, ist ein GOTTVERDAMMTER Job! In der Demokratie stellen die Wähler die Abgeordneten ein, oder?
Wenn ich jetzt einmal nicht zur Arbeit komme, bin ich in der Bringschuld einer Entschuldigung. Und außerdem wird es von meinem Arbeitgeber nicht gerne gesehen, wenn ich bei wichtigen Begebenheiten fehle, auch wenn er es durchaus menschlich verstehen kann (weil ich z.B. zu einer Beerdigung muss).

Aber, ich schweife ab. Wo waren wir, ach ja, es müssen mindestens die Hälfte der Abgeordneten da sein. Ich habe im Ohr, dass bei Firmen der Personalfehlstand auf Grund von Krankheit, Urlaub etc. bei ca. 10 - 15 % angenommen wird, nicht bei 50%. Und, das sind Erfahrungswerte.
Also, wo sind die Abgeorneten? Und, mal ehrlich: Ich fühle mich meinem Job durchaus verpflichtet, deswegen plane ich Urlaub und Abwesenheit (auf was man ja durchaus Anrecht hat) so, dass es dann ist, wenn nichts wichtiges los ist.

Die Regierung wirft nur der Opposition unsportliches Verhlten vor. Ich sage, das was die Opposition gemacht hat, nämlich dann mit ihren verbliebenen Abgeordneten nicht hinein zu gehen, war ein gerechtfertigter Weckruf. Nicht nur an die Regierung, sondern an die Bürger. Vielen Dank, dass Ihr uns, vielleicht auf Schildbürgerliche Weise, vorgeführt habt, was für ein Zustand in Berlin herrscht!

Und, jetzt kommt der Hammer: Die Initiatorin dieses Gesetzesentwurfs, unsere Familienministerin Schröder war selbst nicht da. Da fehlen mir die Worte.

Jetzt stellen sich mir Fragen:
  1. Wenn die Regierung durch Koalitionsbildung ja zum regieren die Mehrheit im Budestag hat (es ist keine Minderheitsregierung), warum  waren dann nicht alle Abgeordneten der Regierungskoalition da? Dann wäre die Beschlussfähigkeit gegeben gewesen. Waren die Abgeordneten einfach nur zu faul, oder wollten sie nicht dafür stimmen.....
  2. Logischerweise aus Frage 1 stellt sich mir auch die Frage, ob eine Beschlussfähigkeit nicht gegeben sein sollte, wenn mindestens 70% oder gar 80% der Abgeordneten anwesend sind? So legt man die Latte wenigstens höher.
  3. Sollten wir nicht eine Anwesenheitspflicht einführen? Dagegen werden einige Abgeordnete natürlich anmerken, dass sie ja auch noch andere Aufgaben in ihrem Amt ausführen müssen, als ständig im Bundestag zu sitzen. Klar, dann reduzieren wir halt die Sitzungszeiten und kürzen die Redezeiten. Wer es nicht mehr schafft, etwas schnell und einfach auf den Punkt zu bringen, der hat entweder nichts zu sagen, oder er will vlt, zu viel auf einmal.
Wer antworten weiß, bitte kommentieren. Ich bin einfach nur noch fassungslos.

Donnerstag, 7. Juni 2012

Morgen ein leeres Internet

Lange ist mein letzter Post her, und eigentlich hätte es auch viel zu erzählen gegeben, aber ich war anderwaltig so sehr eingebunden, als dass ich noch die Muße gehabt hätte, hier einen Artikel zu verfassen. Jetzt aber ist mal ein Thema da, dass ich schon vorher mal angesprochen habe.

Die ganze Welt (naja, fast ganz Deutschland) schreit plötzlich auf. Wie kann es nur angehen, dass die Schufa einfach aus heiterem Himmel Anlauf nimmt, unsere geheimsten und privatesten Informationen durchzuschnüffeln, um unsere Kreditwürdigkeit einzustufen. Schließlich stehen diese Dinge doch nicht für solche Schurkenfirmen im Netz, sondern damit unsere Freunde bescheid wissen, wann wir aufs Örtchen gehen. Also, wie kann das bloß....

Dienstag, 7. Februar 2012

gefährliche Vernachlässigung

"Was sind das für Frauen, die zu etwas fähig sind", fragt man sich unwillkürlich angesichts des neusten Falles von gefährlicher Vernachlässigung , der sich letztes Wochenende in Dortmund ereignete.

Wie erst jetzt bekannt wurde, befreite die Polizei am Sonntag gegen Mittag in Eving aus einer Hochpaterrewohnung einen kurz vor dem verdursten stehenden, schlecht ernährten 37-jährigen Mann.
Nachbarn hatten die Ordnungshüter alarmiert.

Die Lebensgefährtin des Mannes, war am Morgen für ein paar Stunden mit den Kindern zu den Großeltern gefahren.

In der Wohnung fanden die Mitarbeiter der Polizei keinerlei altersgerechte Getränke.
"Nur Wasser, Tee und Säfte, so was habe ich noch nie gesehen", so der noch sichtlich mitgenommene Polizeibeamte.
Er und seine Kollegen erleben so einiges, aber in jener Wohnung fanden sich nicht einmal genügend Nahrung für eine einzige Männermahlzeit.
Nur Müsli, Milchprodukte und Rohstoffe wie Kartoffeln, Reis oder Eier, die vor dem Verzehr erst noch verarbeitet werden müssten, befanden sich in der Küche.
Die Regale der Wohnung quollen über von kulturwissenschaftlicher Fachliteratur.
Aber es fand sich keine einzige Männer-, Auto -oder Fußballzeitschrift . Auch kein Fernseher.
Die Beamten brachten den Mann in eine Kriseneinrichtung der gastronomischen Hilfe, dem "Klein's Brauhaus" in der Bahnhofstraße.
Der Leiter der Einrichtung päppelte den Mann persönlich mühsam über Stunden mit Bier und Korn wieder auf.
Mitarbeiter des zuständigen Pizzaservice verteilten Notrufnummern in der Nachbarschaft.

"Warum erst jetzt?" fragten einige.

Oftmals sind Männer, die Opfer dieser Form von Vernachlässigungen geworden sind, schlicht und einfach nicht in der Lage, selbst um Hilfe zu bitten. Seit sich schnurlose Telefone in den Haushalten allgemein durchgesetzt haben, wissen nur noch die Frauen, wo in der Wohnung sich diese Telefone befinden.
Junge Frauen seien mit der Haltung und Pflege eines Mannes häufig überfordert. Der zuerst possierlich wirkende Mann werde schnell zu einer Belastung, wenn er nach der Balz seine typischen Verhaltensweisen der Sesshaftigkeit ausbilde.
Spätestens wenn die ersten Kinder da seien, bleibe den Frauen neben ihrer Berufstätigkeit kaum noch Zeit für den Mann.
Böse Absicht sei es eigentlich so gut wie nie, die Frauen dazu bewege, ihren Mann alleine zu Hause zu lassen.
Aber Fälle wie dieser erschüttern auch die Einsatzkräfte. "Der Ärmste hat bloß noch 90 Kilo gewogen."
Fassungsloses Kopfschütteln.

Dem Mann geht es glücklicherweise wieder den Umständen entsprechend gut.
Aber das Entsetzen bleibt. Nachbarn und Anwohner stellten Flachmänner und Sixpacks unter dem Balkon des Opfers auf und entzündeten Kerzen.

Auf einem handgeschriebenen Zettel steht die Frage "Warum??"
Sie bewegt hier alle.